Fridays for Future – ich war dabei [Blog]

(KURZE ABER WICHTIGE INFORMATION ZU BEGINN: In diesem Artikel berichte ich über die letzte Fridays for Future Demonstration und informiere lediglich über den nächsten Streik, ohne jemanden aufzurufen daran teilzunehmen.)


„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ sang die Menge. Eine große Masse an Jugendlichen und jungen Erwachsenen die schrien – und ich mitten drin.

Ich bin ehrlich mit euch, es war die erste Demonstration bei der ich war und daher hatte ich so gut wie kein Bild von der ganzen Sache und auch nicht wirklich eine Ahnung wie das von statten gehen sollte. Ich bin an dem Tag davor in die Schule gegangen und mit einem kleinen Zwischenstopp, um meine Hefte und Lehrnbücher anzustellen, direkt zum Bahnhof gerannt. Mit vier Plakaten die ich am Tag davor mit viel Mühe bebastelt und beschrieben habe im Gepäck, für mich und ein paar Freunden die ich dazu animieren konnte mich zu begleiten, machten wir uns auf den Weg zum Startpunkt.

Dadurch, dass der Standort über eine der offiziellen Fridaysforfuture Gruppen geschickt worden ist, viel es uns sehr leicht über GoogleMaps zum Treffpunkt zu finden. Durch unser Gehetze waren wir zehn Minuten zu früh da und standen mit nur zwanzig weiteren Demonstranten auf dem ansonsten leeren Platz. Ich bin schon ein wenig erschrocken, denn vielleicht kam ja kein anderer mehr?

Aber was ist #fridaysforfuture eigentlich?

Fridays for Future hat mit der 16-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg angefangen, die letztes Jahr im August drei Wochen vor dem Schwedischen Parlament gestreikt hat. Sie streikte mit einem Plakat auf dem „Schulstreik für das Klima“ stand und sorgte für Wirbel. Groß geworden ist die Aktion durch die Sozialen Netzwerke, wie Instagram und Twitter, auf denen sie ihren Protest teilte und somit tausende von Jugendlichen ermutigte ihrem Beispiel zu folgen. Seit dem 8. September streikt sie jetzt jeden Freitag erneut für eine bessere Klimapolitik.

Why should I be studying for a future that soon may be no more, when no one is doing anything to save that future? And what is the point of learning facts when the most important facts clearly means nothing to our society? – Greta Thunberg, die 16-jährige Klima-Aktivistin im Streik.


Ich habe Mitte Januar von Fridays for Future gehört und fand die Idee, dass sich Teenager und junge Erwachsene für die Umwelt einsetzen großartig. Wir sind diejenigen, die die Fehler der früheren Generation ausbügeln müssen und sollten auch zeigen, dass wir uns für eine bessere Klimapolitik einsetzen. Der erste Streik in unserer Region war noch ziemlich unbekannt, so dass auch wir nicht hin gegangen sind. Da das zweite Treffen dann eine Demonstration war, kam uns das ganz gelegen, weil wir nicht die Schule schwänzen mussten um Teil der Aktion zu sein. 

Um 14 Uhr füllte sich dann der Platz langsam und auf der kleinen aufgebauten Tribüne machten ein paar der Organisatoren Stimmung, lasen die Regeln vor und nannten noch einmal die Beweggründe.

Wir setzen uns für echten Klimaschutz ein und wollen für unsere Zukunft und für die der folgenden Generationen kämpfen. Wir fordern von der deutschen Regierung mehr Klimaschutz und den Kohleausstieg – und zwar nicht erst in zehn Jahren! […] Gemeinsam mit jungen Menschen überall auf der Welt fordern wir: Handelt endlich – damit wir eine Zukunft haben!

Quelle: https://fridaysforfuture.de/about/

Nach dem Einstudieren eines Liedtextes, der ehrlich gesagt kaum zu der Melodie gepasst hat, ging es endlich los. Die geschätzt 1000 Menschen bewegten sich in Richtung Hauptmarkt, in einer homognen Masse und brüllend. Wir machten Krach, schrien, sangen und Klatschten. Auf den Gehwegen jubelten uns Leute zu oder ignorierten uns, das war uns eigentlich egal, hauptsache wir waren laut. Wir wanderten unsere Route, man wurde hie und da mal ein bisschen angeschuckelt und nach guten 30 Minuten fielen mir vom halten des Plakats fast die Arme ab. Nach und nach wurde es später und wir liefen und liefen immer weiter. Nach eineinhalb Stunden blieben alle stehen und es wurde wieder eine Tribüne aufgebaut. Es wurden Reden gehalten die, wie uns berichtet wurde, beeindruckend klangen. Wir haben leider nichts verstanden. Die Masse löste sich auf und es blieben nur noch wenige um das letzte Stück zum Ende der Demonstration zu schaffen. Unter den Letzten waren wir, mit Hunger und Rückerschmerzen aber trotzdem glücklich. Nach einem kurzen Stück sangen wir noch einmal „Bella Ciao“ mit anderen Lyrics und es wurden ein paar abschließende Worte gesagt. Die Mitdemonstranten jubelten und dann war es vorbei.

Und jetzt?

Für mich kann ich auf jeden Fall sagen, dass es nicht die letzte Demonstration gewesen sein wird. Es hat mich sehr glücklich gemacht mit anderen für etwas einzustehen, das mir wichtig ist und sich dafür einzusetzen. Ich finde die Umwelt und das Klima ist ein wichtiges Thema das uns alle betrifft, aber vor allem die jüngere Generation später einmal darunter leidet, wenn nichts getan wird. Der nächste bundesweite Streik findet am 15. März statt und ich für meinen Teil weiß, dass ich hingehen möchte.

Falls ihr euch jetzt genauer informieren möchtet, könnt ihr das auf der offiziellen Fridays for Future Seite für Deutschland oder in den Sozialen Netzwerken auf Instagram und Co. Es gibt mittlerweile bereits 155 Ortsgruppen in Deutschland die Teil der Aktion sind mit Whatsappgruppen in denen man sich austauschen und informieren kann.

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