GNTM – „HALLO MEINE MEEEDCHEN“ – Kritik

„Auch wenn Joop sagt, dass meine Naturhaarfarbe besser zu mir passt, werde ich trotzdem weiter blond bleiben. Es passt einfach besser zu meinem Charakter, weil ich nie bevor ich etwas sage darüber nachdenke.“


2. Folge der GNTM Staffel 2019 – beim Lauftraining mit Wolfgang Joop

Es ist wieder soweit. Vor drei Wochen startete die 14. Staffel von Germanys next Topmodel. Einige unter euch werden sich vielleicht wieder darauf gefreut haben den „Meeeedchen“ dabei zuzuschauen, wie sie sich ankeifen, weinen und eine Show abziehen. Ich für meinen Teil habe mich aber dazu entschieden, diese Serie nicht mehr zu unterstützen. Nur für euch habe ich doch eine Folge geschaut um urteilen zu können, wie niveaulos es in 2019 weitergeht.

Dieses Jahr ist alles anders. Es soll angeblich mehr Diversity geben und noch dazu keine festen Juroren mehr. Statt Michalski und Thomas Hayo, die sie die letzten Jahren treu begleitet haben, gibt es jetzt jede Folge einen Gastjuror. (In der Ersten war es Lena Gercke in der Zweiten Wolfgang Joop)

DIVERSITY IST GERADE DAS IT-PIECE IN DER MODEWELT

Auch wenn Frau Klum zwar behauptet dieses Jahr noch mehr Vielfalt zu beweisen, sehe ich unter den 30 Kandidatinnen keine einzige, die nur einen Ansatz von Kurven oder eine größere Kleiderkonfektion als 36 hat. Bestimmt haben die sich einfach nicht beworben… Trotz, dass sie mehr POC (People of Colour) und einen Transgender mit in ihr Repertoir aufgenommen hat, glaube ich kaum, dass sie das Wort „Diversity“ verstanden hat. Statt Tatjana als das darzustellen was sie ist, eine Frau, gibt sie ihr auffällig viel Sendezeit um von ihrer Leidensgeschichte zu erzählen und sie von den anderen Mädchen abzuheben. Es wäre doch viel schöner, wenn man nicht so lange auf der Geschichte rumhackt sondern sie einfach als normale Frau, als das was sie selber in sich sieht, darstellt.

Screenshot aus der Instagram App @melissa.gntm.2019

Bis auf Melissa, die durch ihre hellen Haare und Augenbrauen ein bisschen einem Albino gleicht und sich selbst Baby-Gaga nennt, fällt niemand aus den stark vertretenen, normalen Schönheitsidealen. Groß, mager und blond oder brünett. Schade Heidi!

ZUR ZWEITEN FOLGE

Gleich zum Beginn der Folge wurde noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass wirklich nur eine Germanys next Topmodel und Cover der Harpers Bazzar werden kann. Haben wir ja nicht schon 3000 mal gehört und dann einige Zeitschriften gesehen, auf der Heidi selbst das Titelbild schmückt. Kurz danach wurden die zwei Teams enger zusammen geschweißt, denn was hilft da schon mehr als ein Wettbewerb? Die Meedchen werden seit der ersten Sekunde gegeneinander aufgehetzt, aber „Top Model zu sein, bedeutet alle anderen ausstechen zu müssen“. Danach gab es auch keine Anschuldigungen im eigenen Team, wer denn Schuld für die Niederlage hat . (Aufpassen: Ironie!)

„Ey – nur Matratze und Schlafsack – das ist fast unaushaltlich!“

In der 2. Folge der GNTM Staffel 2019 – nach dem Wettbewerb von einer der Verliererinnen

Dieses Jahr wurde Heidi anscheinend ein bisschen übermütig und hat sich etwas besonders gefährliches überlegt. Das erste große Shooting stand an und alle haben geschrien wie am Spieß. Ein paar hatten Nervenzusammenbrüche und andere steckten in Zickenkriegen.

Als es endlich los ging und die erste „Ladung“ Meeedchen in einer Traktorschaufel zum Shootingpoint manövriert wurden, war noch nicht ganz klar, was das genau werden sollte. Draußen hatte es circa -10 Grad, wie Heidi selber sagte, und die angehenden Models wurden in pompöse, einfarbige aber nicht wärmende Kleider gesteckt. Es wurden vierer Gruppen gebildet, in denen alle die gleiche Kleiderfarbe trugen und viel zu große Hüte aufhatten, aber das ist Ansichtssache. Die jungen Erwachsenen sollten sich auf Styroporstelzen an einen Hang stellen, aber Heidi selbst warnte davor noch, dass ja niemand einen Schritt nach hinten machen sollte, denn sonst müsste man sie unten aus dem Tal bergen. Vielen Dank für deine große Fürsorge Modelmama! Weil das alles ja noch nicht langt und man „einen Kampf gegen das Wettergeschehen“ darstellen wollte, kam jetzt noch eine heftige Wind- und Schneemaschine hinzu. Das ist also die Art von Nervenkitzel, die Heidi 2019 anstrebt. Absolut übertrieben und nicht wenig gefährlich!

Fotograf: Kristian Schuller QUELLE BILD

Neben dem Shooting stand auch ein Walk an, bei dem die Kandidatinnen in handgefalteter teilweise durchsichtiger Kleidung über eine Brücke auf einem Berg mit traumhafter Aussicht stöckelten. Wackelkandidatinnen gab es nicht und einige wurden einfach rausgekickt, ganz ohne Emotionen oder zumindest eine innige Umarmung zum Schluss.

Ich habe nach ein paar Jahren endlich begriffen, was für eine Zeitverschwendung diese Sendung ist. Die letzten Staffeln wurden immer niveauloser und mittlerweile sprechen die Hälfte der Teilnehmer mehr als gebrochenes Deutsch, manchmal wären Untertitel ganz sinnvoll. Das Bild der Frau wird immer feindlicher dargestellt und auch wenn es eine Modelserie ist, wird gejudgt gejugt und gejudgt. Niemand ist gut genug. Nur Heidi selbst. Alle werden auf ihr Aussehen reduziert und das in der heutigen Zeit. Den Zuschauern wird eingeredet wie „der perfekte Frauenkörper“ auszusehen hat und wie eben nicht und wer eine 38 trägt, kann sowieso gleich wieder nach Hause gehen. Wir leben im 21. Jahrhndert und vielleicht sollten sich alle Frauen und Mädchen und sonst alle anderen Zuschauer der Sendung überlegen, ob sie so ein Frauenbild fördern möchten. Wir sollten uns alle überlegen zu was diese Sendung führt und letztendlich wissen wir alle, dass sie die Stellung der Frau nicht gerade verbessert, eher verschlechtert. Wenn wir wollen, dass Frauen endlich in der Gesellschaft gleichgestellt werden, dann sollten wir aufhören so etwas zu unterstützen und die Werte die dort vermittelt werden, aus unserer Gesellschaft verbannen.

Titelbild: Quelle

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