Andauernde Beschallung – meine Smartphone Nutzungszeit

Mein Handy klingelt, es ist morgens vor sechs und gerade ist die Sonne aufgegengen. Ich taste auf meinem Nachtkästchen nach dem alltäglichen Begleiter und stelle das unendlich nervende Piepsen des Standard Hand-weck-Klingeltons aus. Ein Blick auf das Display verrät mir, dass ich ein paar neue WhatsApp Nachrichten habe, ein weiterer Swipe und ich starte die Instagram Storys: „Hello Guys, today I wanna present you my favorite make-up hacks“, langweilig. Nach einigen Sekunden, in denen ich noch ganz benommen vom Schlaf, auf den Screen starre, erinnere ich mich daran, dass ich aufstehen wollte. Ein neuer Tag, neue Aufgaben, aber vor allem neue Stunden, die ich an meinem Handy verbringe.

Seit Apple das neue Feature „Bildschirmzeit“ mit in sein Reportoir der Funktionen aufgenommen hat, wird das Einschränken der Benutzungszeit stark gehypt. Auch ich bin nach den ersten Tagen, in denen mir mein Handy versichert hat, dass ich sieben Stunden auf das heißgeliebte „Ding“ geschaut habe, erst einmal aus den Latschen gekippt. Sieben Stunden? So lange schlafe ich unter der Woche ja noch nicht einmal.

Schnell war klar, dass ich etwas ändern müsste und nicht nur ich war dieser Meinung. Nach ettlichen Disskusionen mit meinen Eltern, wie lange man denn als Jugendliche, die auch noch in die Schule geht, am Smartphone hängen muss und ein paar Überlegungen später, hatte ich immer noch keine wirkliche Lösung für mein „Problem“.

Eine kleine Rechnung:
Ein Tag hat 24 Stunden. Gehen wir davon aus, dass ich davon, wenn es gut läuft, 8 in meinem Bett liege und schlafe. Außerdem muss der Vormittag, wenn ich in der Schule bin, auch abgezogen werden, weitere 5-6 Stunden. „Kleinigkeiten“ wie Essen zubereiten, Planen, Löcher in die Luft gucken oder einfach Pinkeln sind auch Feitfresser, die man nicht unterschätzen sollte. Minus zwei Stunden. Jetzt sind es plötzlich von den anfänglichen 24 langen Stunden nur noch ungefähr acht, in denen ich Zeit habe Hausaufgaben zu machen und zu lernen, für den Blog zu schreiben und etwas mit meinen Freunden zu unternehmen . Wie soll das funktionieren, wenn ich doch sechs bis sieben davon an meinem Handy hänge?

Vor einiger Zeit, habe ich ausserdem meine Liebe zu Podcasts entdeckt und seitdem immer etwas auf den Ohren. Egal ob es Ariana und Laura von Herrengedeck, Masha und Lisa von MatchaLatte, die Lästerschwestern oder einer von den genialen ZeitOnline Formaten ist, selten bin ich nicht am lauschen von Stimmen, die mir Sachen erklären und mich auf den neusten Stand bringen. Diese Zeit wird, dadurch das dabei der Bildschirm nicht benutzt wird, nicht zu der eh schon hohen Stundenzahl gerechnet, ist aber bestimmt auch beachtlich groß.

Fakt ist: Eigentlich lasse ich mich durchgehend von den Sozialen Netzwerken, Influencern, die mir etwas in den Instagram Storys andrehen wollen oder meinen heiß geliebten Podcasts bedudeln. Und dann beschwere ich mich auch noch, weil ich angeblich zu wenig Zeit habe? Das konnte ich nicht mal selber mehr mit ansehen.

Gott sei Dank ist das nun schon ein bisschen her und es hat sich etwas geändert in Sachen Smartphonenutzung. Es ging gar nicht anders, da der Zeitmangel jeden Tag aufs neue meine Tagespläne und To-Do-Listen über den Haufen geworfen hat und ich irgendwann gar nicht mehr wusste, wo ich anfangen sollte. Ich habe mir selber eine Smartphone-Policy für meine Handynutzung geschrieben. Für manche klingt das vielleicht lächerlich oder unnütz, aber mir hilft es! Seitdem habe ich die Nutzungszeit Tag für Tage, Woche für Woche ein bisschen schrumpfen lassen, die Handyerinnerungen und Sperrzeiten waren mir dabei eine große Hilfe. Mittlerweile höre ich auch nur noch einen oder aller höchstens zweit Podcastfolgen an einem Tag und das ist für jemanden, mit starkem Hang zur Dauerbeschallung, schon wirklich wenig.

  • Morgens im Bett wird nur noch der Wecker ausgeschalten und nicht mehr durch alle neuen Nachrichten gescrollt, das macht mich nur noch müder, als ich eh schon bin und die Gefahr, dass meine Augen einfach wieder zufallen, ist viel größer.
  • Während des Essens ist nicht das Handy in der Hand, sondern Messer und Gabel. (Es wird auch nicht an mein Glas gelehnt, damit ich YouTube Videos gucken kann)
  • Nach der Schule bleibt die Addiction erst einmal ganz aus, auch wenn es noch so verlockend ist in Snapchat und Co zu gucken, ist man dann viel produktiver und konzentrierter.
  • Abends um spätestens zehn Uhr wird nur noch einmal geguckt, ob der Wecker gestellt ist und anschließend das Handy weg gelegt. Am besten passiert das aber auch schon eine halbe Stunde vor dem Schlafen.

Leider bin ich in dem ein oder anderen Punkt noch nicht ganz so konsequent, wie ich mir das vorgestellt habe, aber hey, es ist wenigstens ein Anfang. Der erste Schritt, zu realisieren wie viel Zeit ich an dem „Ding“ verbringe, ist geschafft. Jetzt geht es nur noch an das disziplinierte *husthust* Umsetzen der Regeln.

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